Rückblick 2016

Dritter Prepaid Kongress 2016 – spannend war’s!

Am 14. November drehte sich im Frankfurter Hof einen Tag lang alles um die Prepaid Branche. Rund 100 Teilnehmer waren in Frankfurt am Main dabei. Zum dritten Prepaid Kongress des Deutschen Prepaid Verbandes kamen zahlreiche PVD Mitglieder, Payment Anbieter, Händler, Anwälte, Banker, Politiker und Journalisten. Es wurde mitreißend referiert, lebhaft diskutiert und leidenschaftlich analysiert.

Prepaid: Ein starker Markt

In seiner Begrüßung stellte Jonny Natelberg, Vorstandsvorsitzender des PVD, die Entwicklung der Prepaid Branche heraus. Diese sieht er jedoch nicht ungefährdet. „Wir müssen aufpassen, dass die Regulierung die richtigen Grenzen setzt.“ Wie stark sich der Prepaid Markt in Deutschland entwickelt hat, zeigte der Geschäftsführer der PaySys Consultancy GmbH, Herr Dr. Hugo Godschalk. Im Jahr 2015 wurden im Bereich der Prepaid Branche 21,8 Mrd. € konsumiert. Allein im letzten Jahr legte das Zahlungsvolumen um 8,8 % zu. Inzwischen gibt bereits jede zweite Sparkasse und Geno-Bank Prepaid Kreditkarten heraus.

Neuerungen durch die PSD2

Die Keynote-Speech über Ausgewählte Aspekte von PSD2 hielt Herrn Dr. Rieg, Bundesministerium der Finanzen. PSD2 ist die zweite, erweiterte Zahlungsdienste-Richtlinie der EU, die Mitte Januar 2018 in Kraft treten soll. Zu den wesentlichen Neuerungen zählen unter anderem die höheren Sicherheitsanforderungen bei der Auslösung und Verarbeitung von bargeldlosen Zahlungen, die stärkeren Kundenrechte sowie die verstärkte Rolle der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Bis Mitte Januar 2018 muss diese Richtlinie von den EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Prepaid: Identifikationspflicht versus Grundrechte

Der Plan der EU-Kommission, die 4. Geldwäscherichtlinie zu verschärfen, bevor diese überhaupt in nationales Recht umgesetzt wurde, beschäftigte auch den Prepaid Kongress. Identifikationspflicht versus Grundrechte – Die neue Geldwäscherichtlinie auf dem Prüfstand. Hochaktuell war das Thema von Herrn Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit a. D., das auf enormes Interesse stieß. Er warnt: „Sollte die Richtlinie zur Geldwäschebekämpfung wie von der Kommission geplant tatsächlich umgesetzt werden und in Kraft treten, gehören anonyme Zahlungen im Internet der Vergangenheit an. Es wäre ein bedeutender Einschnitt in die Freiheit.“

Prepaid Produkte: Das bessere Bargeld?

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das auch zum Austausch, zur Diskussion über Vorhaben der Politik und zur Netzwerkpflege genutzt wurde, ging es weiter mit der rege geführten Podiumsdiskussion. Teilnehmer waren Herr Robert Herzig, Director Customer Payments & Finance, Metro AG, Prof. Dr. Malte Krüger, Hochschule Aschaffenburg, Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer, BDGW Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertedienste sowie Dr. Jens Zimmermann, MdB und Mitglied im Finanzausschuss sowie im Ausschuss Digitale Agenda.

Sozialleistungen: Gutscheine statt Bargeld?

Wie eine kommunale Bezahlkarte für Sozialleistungen eingesetzt werden kann, zeigte George Wyrwoll der SODEXO PASS GmbH. Er referierte über Die 1 Billion Euro Frage: Prepaid als Steuerungsinstrument staatlicher Leistungserbringung und erläuterte, wie diese Bezahlkarte den bürokratischen Aufwand verringern würde. So nutzt Belgien das Gutschein-Modell bereits seit 2004, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu fördern.

Die FinTech Challenge auf dem Prepaid Kongress

Es war eine Premiere und eine erfolgreiche dazu. Ausgetragen wurde die FinTech Challenge um den PVD Award 2016 zwischen den drei zukunftsweisenden Unternehmen OptioPay GmbH durch Franziska Focken, der savedroid AG durch Dr. Yassin Hankir und der PEY GmbH durch Ricardo Ferrer Rivero. Sie alle hatten 10 Minuten Zeit, um ihr Produkt vorzustellen und das Publikum von ihrem Start-up zu überzeugen. Nach kritischen Fragen der Kongressteilnehmer wurde es ernst: Jeder Prepaid-Kongressteilnehmer erhielt vor der Challenge drei 500 € Spielscheine, um dieses Spielgeld auf das favorisierte Unternehmen zu setzen. Sieger der FinTech Challenge wurde die OptioPay GmbH vor der Pey GmbH. Auch die savedroid AG hatte ihre Anhänger, doch es reichte nicht ganz. Der PVD gratuliert allen drei Challenge Teilnehmern!

Danke und bis 2017!

Der Prepaid Verband Deutschland dankt allen Referenten und Teilnehmern für den erlebnisreichen und sehr informativen dritten Prepaid Kongress. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten Prepaid Kongress, der voraussichtlich 2017 stattfinden wird!

Impressionen 2016